jahreszeit. die vierte.


blau

es gibt jede menge errungenschaften
dieser XXLmenschheit
die mich völlig kalt lassen





aber
'ne kornblumenblaue kornblume
in so'nem kornfeld
die macht mich noch mal so richtig an



✿ ✿ ✿




spätwinter

diese
schneevorhänge
tagelang stöbert der wind darin
nachts heult er auf
faucht ins flockende weiß
fegt die winterschäfchen zusammen
lässt sie nicht ruhen
baut berg und tal, weht sie zu wellen
wo sonst nur maulwurfshaufen nach höherem streben


 


alles nicht so ganz wirklich.
denn wir schreiben den märz. die zweite hälfte.








osterf(g)locken


gelbes geläute überall
glockengelb
im frühlingsgrün unter dem blau da oben
doch auf einmal
 taumelt und schwebt und senkt es sich herab
kalt und weiß und auch weich
und die glocken schweigen ein wenig verwundert




doch beim nächsten himmelblau
klingen sie umso heller




*  *  *  *  *  *  *





an manchen tagen
  
an manchen tagen ist jetzt ein ahnen in der luft
sonnenübergoldet die wege
blauhimmel spiegelt sich in blauwasser



   astkahl noch die bäume
aber gut möglich, dass auch sie sich wohlig räkeln
überrascht 
von dieser frühlingsnahen milde
und blondhaare schimmern schon ganz hell
erinnern an sommerstrände
lichtüberflutet
an menschenbunte straßencafés und
zeitvergessene du-und-ich-abende

*   *   *
 manchmal
     in diesen grauen tagen    





 




so ein frühling

die farben kamen schnell
genau genommen alle auf einmal
da leuchteten galerien
wo gerade eben noch kaum etwas war
da knüpften sich teppiche
aus himmelblau und gelb, aus weiß und violett




und drumherum all diese grüntöne
von schmeichelnd-zart bis kräftig-satt
da hätte ein maler fleißig mischen müssen

so ungestüm, so überraschend war er
wie schon lange keiner




>>><<<







schwarzwald

im schwarzwald maite der erste mai

reintanzen fiel aus
vom tiefdruck zerklatscht




das kleine maischwarze oder luftig maigeblümte
für die hotelterrasse
blieb im koffer
frohsinns-, bier- oder kaffeetouren strandeten
- begossen, beschüttet und gewässert -
in gastlichen wirtschaften
gleich um die ecke

aber die bauern hatten eine freude





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sommergewitter

 

blitze zacken & zacklitzen
auf ziegel und dachfenster knattknappt & knaschknippt der regen
völlig unbeeindruckt
tschiappen & tschallpen die spatzen
der donner legt sich nicht fest
mehr hier als da aber
auch dort 
wommerawommrommerawommert er
&
z e n n n n k >> !!

haut der blitz rein




 




alle sind weg

fast alle sind weg
denn wir haben juliaugust
und da sind fast alle weg
aber irgendwie auch wieder da
wo fast alle sind




und wo sie alle heimlich träumen
vom heimischen bett, vom garten vielleicht
vom grill jedenfalls
 da kann der stau noch so lang sein
und die kinder noch so quakig
wenn es dann nach hause geht
in die erholung




>> <<






septembersilber

fußgängerzonen
volle herbstsonnige cafés




grau ist angesagt in gepflegter damenrunde
grausilber, silber, silbergrau
selbst schütter verbliebenes ist kreativ frisiert
vorwiegend gekräuselt, lichtdurchflutet
gut belüftet

die herren tragen schon mal halbmast
oben platte poliert
oder nur restständig gekränzt
das antlitz dann passionsspielartig bekrautet
grau verwobene silberfäden bis zum bauchansatz
manchmal artig gestriegelt
 



die variationen
sind legion
in diesen sonnig-grauen tagen
im september




wieder herbst 

dies ist ein herbst, wie ich schon viele sah
im süden reifen schwer die trauben
und endlich schweigen hier die tauben
ganz hörbar ist die stille da!

im wohnmobil zieht man jetzt fort in scharen
den vögeln gleich
die es nicht mehr im lande hält
und wenn auch löcher in den kassen waren
für herbstgoldreisen reicht das geld



mein auge fällt auf helle birken
die mir ein wenig ratlos wirken
es scheint sie schau'n gedankenschwer
den eignen blättern hinterher
die statt an ästen gelb zu baumeln
nun wie im spiel nach unten taumeln

ich hab der blätter spiel genossen
die birken hat's - mag sein - verdrossen




* * * 
ok.tobe®fest
(oggdowafeschd)

über ^ zel ^ te ^ tes
* ozabbfd is *
bezopf ☞ tes stemmt gehopf ☜ tes
zapf: hennen. rennen.
stoß!  oh!
resi / wankt / da massgruag!
schwankt
schwapp / t  > bier
hier. über > mir.
oder mich. aber :)
! OK !
😎 ☀︎☻✚ ▶︎◀︎🌀 alle / toben / feste 🌀▶︎◀︎✚☻☀︎😎









schon spät

blassblau und dunstig
die nachmittage
feuchte kühle
ich schlage den kragen hoch




überall
dieser abschied
blätter die sich lösen und taumelnd fallen
und kraftlose gräser
gebeugt von ersten frösten

es ist spät im jahr
auch unsere feuer sind erloschen
das lachen ist verklungen











irgendwo vielleicht

wenn an herbsttagen wie diesen
erschöpftes blattwerk windmüde wirbelt
dann mag es noch stimmen




und von gedanken belegt, die hände taschentief vergraben
menschen zu ihren häusern gehen
will es noch scheinen wie damals bei rilke

doch wenn sie wachen, 
wie damals bei rilke
haben sie bildschirm und flatrate und phone
undkeinerbleibtlangeallein@xyz.de

vielleicht aber irgendwo

in einem stillen winkel im lande
träumt noch diese vergangene zeit
wo man sich auf die dinge
besann















november

verschleierte tage
jetzt öfter
mit verlöschenden farben darin
da taumeln gelb und rot und braun
und jeder neue windstoß macht den blick ärmer





in den nächten
manchmal
tröstet der reif mit hauchzarten gebilden
hübsch anzusehen
solange der morgen es zulässt




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novembertristesse
 
hingeblättert
liegt noch vereinzeltes rot
zwischen reichlichem gelb und braun
von nachtkalter nässe getränkt
diese letzten lichter
die auch bald ermatten und dunkeln



nebeltageblues 
da draußen
die monotonie von zugegrauten himmeln
über dem schwarzen filigran laubverlorener bäume
eine tristesse allenthalben
die frösteln lässt

zeit für die seele jetzt
einen wärmenden mantel überzuwerfen










erstes weiß

fröstelnd
in dieser kalten nacht
hatten sich schneeflocken eng aneinandergedrängt




dicht und still im gedämpften morgenlicht
 glitzerten sie nun
wärmten die felder
hatten wiesen und wege versteckt
und ließen die tannen ihren weihnachtstraum träumen
ein paar krähen hockten verdrossen und krächzten schwarz
während ein junger hund im weißen umhersprang
und sich wunderte













weihnachtsflocken


weißes
windwillig schwebendes
senkt sich
auf diese dezembertage



legt sich
über alles schwere
luftig
und leicht



*    *    *    *    *    *






von drauß' vom meer,  da komm' ich her ...





... trotz 14º ,  es weihnachtet sehr !


*   *   *



vierundzwanzigster dezember

wir hatten gesagt
nie wieder
oder wenigstens so nicht mehr
doch es ist alles da
was dazugehört




baum
päckchen
süßigkeiten
braten
der neue großbildfernseher
oma fühlt sich wohl in meinem sessel
die kinder wuseln herum
und alle sind ein bisschen gestylter
als sonst

ist ja eigentlich doch irgendwie ganz schön

bis übermorgen








nahtlos


heiligabend.  stille nacht






am morgen danach die weltnachrichten
negativ.  wie jetzt immer
auch der wetterbericht passte
nahtlos



>><<